KSG Podcast 30.1.2021 Wie mit Missbrauch in der Kirche umgehen?



Am 29.1.2021 ist der Berichr über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen im Erzbistum Berlin veröffentlicht worden. Die Kirche …

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1 thought on “KSG Podcast 30.1.2021 Wie mit Missbrauch in der Kirche umgehen?

  1. P. Max Cappabianca OP hat einen Kommentar von Antonius Kock erhalten zu seinem Text, den wir gerne hier veröffentlichen. Es geht um die Frage der Vernetzung der Betroffenen und die notwendige Unterstützung der Kirche:

    Matthias Katsch vom Eckigen Tisch hat bereits angemerkt, dass Betroffene zu dem veröffentlichten Gutachten des Erzbistums Berlin offensichtlich nicht angehört worden sind.

    Für einen fairen Umgang mit Betroffenen müsste es aber eine offizielle, von der Kirche unabhängige Betroffenenvertretung geben, die es auch mehr als 10 Jahre nach dem Missbrauchsksandal im Jahre 2010 vermutlich in keinem deutschen (Erz-)Bistum gibt.

    Das Problem: Dazu müssten die Betroffenen zunächst einmal miteinander Kontakt aufnehmen können. Das geht aber nur mit Hilfe des jeweiligen (Erz-)Bistums, weil nur dort die Missbrauchsakten verwaltet werden. Selbst ein allgemeiner Medienaufruf würde das Problem nicht lösen. Denn dann könnten sich auch Personen melden, die niemals Opfer von Missbrauch waren. Um also die wichtigen Persönlichkeits- und Datenschutzrechte von Betroffenen einhalten zu können, wäre ein Datenabgleich mit den Akten des jeweiligen (Erz-)Bistum auch dann zwingend erforderlich.

    Die Bitte um eine solche Hilfestellung abzuschlagen, ist nicht nur eine Machtdemonstration. Sie ist vor allem respektlos gegenüber den Missbrauchsopfern, wenn man gleichzeitig demonstrativ Betroffenheitserklärungen abgibt („zutiefst erschüttert und beschämt“).

    Fazit: (Erz-)Bischöfe betonen immer wieder, ihr Handeln ausschließlich an den Interessen der Betroffenen auszurichten. Solange sie ihnen aber grundsätzlich verweigern, sich unabhängig und selbstbestimmt organisieren zu können, ist und bleibt dieses Bekenntnis lediglich eine hohle Phrase.

    Antonius Kock

    Selbsthilfe Missbrauch Münster

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